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Geschichte von Joshua (5 Jahre alt)

Es begann im Sommer 2000. Nach einem Sturz mit dem Roller hat Joshua derartig starke Schmerzen das wir das Kinderkrankenhaus aufsuchen. Die Ärzte dort können nichts ernsthaftes feststellen.

Die besonders morgens auftretenden Schmerzen verlassen ihn teilweise im Laufe des Tages. Er springt während dieser Zeit auf Betten und rennt wie vorher. Beim An- und Ausziehen beginnt er vor Schmerzen zu weinen. Wir dachten es wären Spätfolgen eines im März erlittenen Schlüsselbeinbruchs.

Im weiteren Verlauf häufen sich die Schmerzen, er braucht besonders morgens viel Zeit bis er richtig auftreten kann. Die Knie und Sprunggelenke schwellen an. Der rechte Fuß ist mittlerweile so stark geschwollen, dass er nicht mehr in den Schuh passt. Alle Blutwerte die von der Kinderärztin erhoben werden, hier auch der Rheumafaktor, geben keinen Anhalt auf die Ursache. Als uns auffällt, dass die Schmerzen beim Anziehen vom linken Ellenbogen kommen, den Joshua weder vollständig beugen noch strecken kann, weist ihn die Kinderärztin in das Kinderkrankenhaus ein. Nach einer Woche und vielfältigen Untersuchungen steht fest, das Joshua Rheuma hat. Genauer eine juvenile chronische Oligoarthritis.

Im Nachhinein fallen uns viele Beobachtungen ein, die zu dieser Diagnose passen. So ist Joshua im Vergleich mit anderen Kindern eher schwerfällig gewesen was das springen und hüpfen angeht. Lieber hat er dies auch auf Betten gemacht als auf normalem Untergrund. Sein Gangbild war eher tapsig, er stürzte viel, lag beim Spielen lang ausgestreckt auf dem Boden. Besonders auffallend war sein nächtliches Aufschreien, was wir als Albträume deuteten. Dieses Aufschreien war mit der ersten Cortisongabe verschwunden.

Auf Grund der oben genannten Bewegungsauffälligkeiten hatten wir ihn einer Krankengymnastin und in einem Beratungszentrum vorgestellt. Obwohl beide Termine kurz vor der akuten Krankheitsphase lagen wurde nichts konkretes festgestellt. Bei den Vorsorgeuntersuchungen war Joshua nie besonders auffällig. Was auffiel waren seine häufigen Infekte ab dem Jahreswechsel 98/99. Er hatte bis dahin, von einem Schnupfen mal abgesehen keine Infekte gehabt und bekam nun eine Lungenentzündung nach der anderen. Auch das Geschehen vor Feststellung der Erkrankung wurde von einer schweren Bronchitis begleitet.

Er wird im Krankenhaus also als erstes mit Antibiotika behandelt. Es folgen diverse Blutentnahmen, Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen. Hier zeigen sich starke Entzündungen im rechten und linken Sprunggelenk, im rechten Knie und im linken Ellenbogen. Da zuerst Krebs, Rheuma und andere schwere Erkrankungen ausgeschlossen werden, sind wir beruhigt und verunsichert zu gleich. Am Ende der Woche wird Joshua von einer Rheumafachärztin untersucht , die dann die Diagnose stellt. Im Verlauf der weiteren Behandlung erhält Joshua eine hohe Cortisongabe die stufenweise reduziert wird bis die Basistherapie mit Methotrexat und Naproxen wirken kann. Schon nach den ersten Cortisongaben ist Joshua verhältnismäßig schmerzfrei. Zur Therapie gehören auch Krankengymnastik und Ergotherapie, die ihm helfen seine verlorengegangene Beweglichkeit wieder zu erlangen. Regelmäßig ( alle 6 – 8 Wochen ) besucht Joshua einen Augenarzt, um Nebenwirkungen des Cortisons und eine mögliche Begleiterkrankung bei Joshuas Rheumaform ( Uveitis = Regenbogenhautentzündung) ) auszuschließen. Mittlerweile sind seine Bewegungseinschränkungen fast vollständig abgebaut. Eine kürzere Verweildauer im Kindergarten lässt ihn den Tag besser überstehen. Die Erzieherinnen planen Ausflüge und Unternehmungen weitestgehend so, das Joshua sie auch bewältigen kann. Geholfen hat uns in den letzten zwei Jahren auch die kompetente, offene und fürsorgliche Betreuung durch seine Kinderärztin. Diese hat sich sehr um ihn bemüht und war bereit sich noch umfassender über das Krankheitsbild zu informieren.

(Herbst 2002)



Erfahrungen

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